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Sicherung von Vermögenswerten in einer neuen Risikowelt.
Sicherung von Vermögenswerten in einer neuen Risikowelt
Die Sicherung von Vermögenswerten zählt zu den zentralen Erfolgsfaktoren eines Unternehmens.
In den vergangenen Jahren haben sich die Risikobedingungen jedoch stark verändert: Der Klimawandel führt zu mehr und intensiveren Naturereignissen, moderne Technologien erhöhen die Abhängigkeit von digitalen Prozessen, und globale Lieferketten sind anfälliger für Störungen.
Unternehmen sehen sich damit einer Risikolandschaft gegenüber, die vielfältiger, schneller und oft unvorhersehbarer ist.
Dieses Insight beleuchtet die wichtigsten Risikofelder für Gewerbebetriebe in Deutschland und zeigt auf, wie ein moderner Versicherungs- und Risikomanagementansatz gestaltet sein muss, um Vermögenswerte nachhaltig zu schützen.
Zunehmende Naturgefahren: Ein Risiko, das alle betrifft
Die Versicherungswirtschaft dokumentiert seit Jahren die steigenden Schäden durch Wetterextreme. Laut GDV verursachten Naturgefahren allein im Jahr 2023 Schäden von 5,6 Milliarden Euro in der Sach und Kfz-Versicherung – ein erneuter Beleg für die zunehmende Intensität der Ereignisse.
Häufigste Naturgefahren für Unternehmen
Diese Ereignisse haben in den letzten Jahren besonders stark zugenommen – 2024 verursachten Starkregen und Überschwemmungen 2,6 Milliarden Euro an Schäden, rund 1 Milliarde Euro mehr als im langjährigen Durchschnitt
Sturm- und Hagelschäden verursachten 2024 1,8 Milliarden Euro an versicherten Sachschäden. Trotz rückläufiger Winterstürme bleiben Extremereignisse ein kontinuierlich hohes Risiko.
Längere Hitzeperioden erhöhen die Gefahr von Naturbränden und setzen Gebäude und Außenanlagen zusätzlich unter Stress. Der GDV warnt, dass sich die wetterbedingten Schäden bis 2050 mindestens verdoppeln werden, wenn keine Gegenmaßnahmen ergriffen werden.
Quelle: GDV-Bericht: Schadenverhütung in der Sachversicherung 2023/2024
Auswirkungen auf Vermögenswerte
Naturgefahren treffen Gewerbebetriebe heute in einer breiten Tiefe:
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Überflutete Produktionshallen
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Zerstörte Lagerbestände
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Unterbrochene Transportwege und Infrastruktur
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Ausfall von Strom- und IT-Systemen
Die Folgen reichen von hohen Wiederherstellungskosten bis hin zu langfristigen Behinderungen zentraler Betriebsabläufe.
Der stille Riese: Leitungswasserschäden
Während Naturgefahren stark wahrgenommen werden, sind Leitungswasserschäden die mit Abstand teuerste Schadenart. 2024 erreichten diese Schäden mit 4,9 Milliarden Euro – einen neuen Höchstwert – mehr als doppelt so viel wie vor zehn Jahren.
Für Unternehmen bedeuten verdeckte Leckagen, gealterte Leitungsnetze oder fehlerhafte Installationen häufig massive Betriebsunterbrechungen, aufwendige Sanierungen und teure Trocknungsmaßnahmen.
Schwerpunkt: Feuerrisiko als zentraler Vermögens- und BU-Treiber
Die beiliegende Auswertung „Gefährdungslage Brand“ zeigt: Brände zählen zu den gravierendsten Risiken für Leib, Leben und Anlagevermögen in gewerblichen und industriellen Umgebungen.
Verdichtete Produktionsprozesse, komplexe Supply-Chain-Verflechtungen und die hohe Bedeutung von Brandschäden für Betriebsunterbrechungen erhöhen die unternehmerische Relevanz signifikant.
Für eine wirksame Sicherung von Vermögenswerten müssen Feuerrisiken deshalb strategisch in die bestehende Risiko- und Versicherungsarchitektur eingebettet werden.
Verknüpfung mit Vermögensschutz, BU und „Cyber meets Property“
Feuerereignisse wirken heute tiefer in digitalisierte Produktions- und Logistikumgebungen hinein: Sensorik, Steuerungen und Robotik sind hitze-, rauch- und feuchtigkeitssensitiv. Damit steigen die BU-Risiken nicht nur durch Reparatur- und Wiederbeschaffungszeiten, sondern auch durch Software- und Datenwiederherstellungen, Requalifizierungen sowie Validierungen.
Zudem können cyber-physische Szenarien (z. B. manipulierte Gebäudeleittechnik oder Lösch-/Lüftungssysteme) unmittelbare Feuerauswirkungen begünstigen.
Ein integriertes Steuerungsmodell, das Sach-, BU- und Cyberrisiken verbindet, ist daher essenziell.
Versicherungsarchitektur gezielt justieren
Auf Basis der Feuerrisikoprofile sollten Summen, Sublimits und Klauseln der Sach- und BU-Deckungen überprüft und – wo sinnvoll – erweitert werden:
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BU-Haftzeit 18–36 Monate abhängig von Wiederbeschaffungs-/Wiederinbetriebnahmezeiten (inkl. Validierungen & Lieferzeiten).
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Rückwirkungsklauseln (Schäden bei Zulieferern/Dienstleistern) sowie Energie-/Versorgungsunterbrechung.
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Deckung für unbenannte Gefahren und cyber-physische Sachschäden, wenn durch IT/OT-Ereignisse ein Brand ausgelöst oder begünstigt wird.
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Klar definierte Vorsorge- und Unterversicherungsverzichtsregelungen; Index-/Inflationsklauseln für Bau- und Wiederherstellungskosten.
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Besondere Vereinbarungen für erhöhte Brandlasten (Kunststofflager, Recycling, Lithium-Ionen) inkl. Schutzkonzepte und Nachweise.
Betriebsunterbrechung – das unterschätzte Hauptrisiko
Direkte Sachschäden sind oft nur der Anfang. Die wirklich kritischen Folgekosten entstehen durch Betriebsunterbrechungen (BU).
BU durch Energie- und Versorgungsunterbrechungen
Unwetter, Hitze, Starkregen und Überflutungen beeinträchtigen zunehmend:
- Stromnetze
- Gasversorgung
- Wasser- und Abwassersysteme
- IT- und Kommunikationsinfrastruktur
Schon kurze Ausfälle können Produktionsketten stoppen, Kühlanlagen lahmlegen oder ERP-Systeme ausfallen lassen.
Betriebsunterbrechung durch beschädigte Lieferketten
Regionale Extremwetterereignisse wirken sich global aus.
2024 zeigten Ereignisse in Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz, dass ein Ausfall einzelner Zulieferbetriebe schnell zu Rückwirkungsschäden bei Partnerunternehmen führt.
Betriebsunterbrechung in automatisierten und digitalisierten Produktionsumgebungen
Je stärker Prozesse digitalisiert sind, desto anfälliger werden sie für äußere Einflüsse:
- Sensorik- und Steuerungstechnik reagiert empfindlich auf Feuchtigkeit
- Robotik-Anlagen stoppen bei Spannungsinstabilitäten
- Automatisierte Lagersysteme (AS/RS) können nach einem Schaden wochenlang außer Betrieb sein
Die Kostendynamik solcher Unterbrechungen kann schnell existenzbedrohend werden.
Cyber meets Property – wenn digitale und physische Risiken verschmelzen
Mit fortschreitender Digitalisierung entstehen neue Risikoformen: Cyber meets Property. Physische Sachschäden können heute direkt durch digitale Angriffe ausgelöst werden – etwa durch:
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gehackte Gebäudeleittechnik
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manipulierte Kühl- oder Heizsysteme
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sabotageanfällige IoT-Komponenten
-
Angriffe auf Zutrittssysteme oder Brandmeldetechnik
Cyberrisiken beschränken sich nicht mehr auf Datenverlust oder Betriebsstörungen – sie können zunehmend Sachschäden und Betriebsunterbrechungen verursachen.
Damit gewinnt die Verbindung von Cyberversicherung und Sach-/BU-Versicherung strategische Bedeutung.
Industrie 4.0: Chancen & neue Risikodimensionen
Industrie 4.0 Technologien wie vernetzte Maschinen, IoT, Automatisierung und KI eröffnen große Effizienzpotenziale – erweitern aber auch die Risikolage.
Neue Risikoformen durch Industrie 4.0
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Abhängigkeit von Echtzeitsystemen
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Fehlerhafte Sensordaten führen zu Produktionsfehlern
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Maschinenstillstände durch Softwaredefekte
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Gefahr der Sabotage oder Manipulation vernetzter Systeme
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Versagen autonomer Logistiksysteme bei Strom- oder IT Ausfall
Diese Entwicklungen machen eine integrierte Risikobetrachtung zwingend erforderlich, bei der Sachwerte, digitale Systeme und Betriebsprozesse gemeinsam bewertet werden.
Moderne Versicherungsarchitektur – Bausteine für einen ganzheitlichen Schutz
Gebäude- und Inhaltsversicherung
Sie bildet eine Grundlage des Vermögensschutzes und sollte jährlich überprüft werden, insbesondere aufgrund der Baukosteninflation.
Elementarschadenversicherung
Zwingend erforderlich für:
- Starkregen
- Überschwemmung
- Rückstau
- Erdrutsch / Erdsenkung
- Schnee- und Eisdruck
- Erdbeben
Betriebsunterbrechungsversicherung
Die wichtigste Absicherung gegen existenzielle Risiken:
- Haftzeiten 12–36 Monate
- Rückwirkungsschäden
- Energie- und Versorgungsunterbrechung
- Abhängigkeiten von Zulieferern
- Zusatzdeckungen für digitale Infrastruktur
Deckungserweiterungen in der neuen Risikowelt:
- Unbenannte Gefahren
- Parametrische Deckungen (Trigger-Events bei Hochwasser/Starkregen)
- Cyber-physische Schäden
Prävention: Der Schlüssel zur Widerstandsfähigkeit
Ein moderner Präventionsansatz umfasst technische, organisatorische und strategische Maßnahmen.
Technisch
- Rückstau- und Überflutungsschutz
- Wasserleckage-Sensorik
- Notstromversorgung
- Wartung von IoT- und Sensoriksystemen
Organisatorisch
- Notfallpläne, Krisenstabsstrukturen
- Lieferkettenanalyse
- Mitarbeiterschulungen (Cyber und Safety)
Strategisch
- Standortanalyse (z. B. GDV-Hochwassercheck)
- Redundanzplanung
- Investition in klimaresilientes Bauen
„Unternehmen stehen heute an einem Wendepunkt: Naturgefahren, technische Abhängigkeiten und digitale Risiken verschmelzen zunehmend miteinander. Die Sicherung von Vermögenswerten ist daher keine rein versicherungstechnische Frage mehr – sie ist ein strategisches Element moderner Unternehmensführung.
Die SMK Versicherungsmakler AG begleitet Sie dabei als verlässlicher Partner: mit fundierten Risikoanalysen, moderner Versicherungsarchitektur und einem präventiven Ansatz, der Ihr Unternehmen widerstandsfähig, zukunftssicher und wirtschaftlich stabil hält.“
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FAQ – Häufige Fragen
Naturereignisse wie Starkregen, Hochwasser, Sturm, Hagel, Hitze und Dürre nehmen in Intensität und Häufigkeit zu. So verursachten Starkregen und Überschwemmungen 2024 allein 2,6 Milliarden Euro an versicherten Schäden, während Sturm- und Hagelschäden 1,8 Milliarden Euro betrugen. Unternehmen sind dadurch direkt betroffen durch beschädigte Gebäude, zerstörte Lagerbestände und unterbrochene Transportwege. Zusätzlich steigen die Kosten langfristig, da Leitungswasserschäden inzwischen die teuerste Schadenart darstellen.
Betriebsunterbrechungen (BU) entstehen oft als Folge von Sachschäden, Energieausfällen, Lieferkettenstörungen oder IT-Ausfällen. Selbst kurze Unterbrechungen können Produktionsketten stoppen, Kühlanlagen lahmlegen oder ERP-Systeme ausfallen lassen. In digitalisierten und automatisierten Produktionsumgebungen führen Störungen an Sensorik, Robotik oder Lagersystemen schnell zu hohen finanziellen Verlusten.
Mit der zunehmenden Digitalisierung verschmelzen Cyberrisiken und Sachrisiken. Digitale Angriffe können physische Schäden verursachen, z. B. durch gehackte Gebäudeleittechnik, manipulierte Heiz- oder Kühlsysteme oder sabotierbare IoT-Komponenten. Deshalb gewinnt die Kombination von Cyberversicherung und klassischen Sach-/Betriebsunterbrechungsversicherungen strategische Bedeutung.
Ein moderner Schutzansatz umfasst Versicherungen, Prävention und strategische Planung:
- Versicherungstechnisch: Gebäude- und Inhaltsversicherung, Elementarschadenversicherung, Betriebsunterbrechungsversicherung sowie Deckungserweiterungen für digitale Risiken und unbenannte Gefahren.
- Technisch: Rückstau- und Überflutungsschutz, Wasserleckage-Sensorik, Notstromversorgung, Wartung von IoT-Systemen.
- Organisatorisch: Notfallpläne, Lieferkettenanalyse, Mitarbeiterschulungen.
- Strategisch: Standortanalysen, Redundanzplanung, klimaresilientes Bauen.
Durch diese Kombination lassen sich Vermögenswerte effektiv schützen und die Widerstandsfähigkeit des Unternehmens erhöhen.
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